Weitere Therapiemöglichkeiten

Lymphödembehandlung – ein komplexes Verfahren


Kompressionsstrumpf


Lymphödem


Lymphödem

Die Behandlung setzt sich aus folgenden gleich wichtigen Teilen zusammen:

  • Manuelle Lymphdrainage
  • Kompressionstherapie / Hautpflege
  • Bewegungstherapie / Physiotherapie
  • Evtl. medikamentöse Behandlung

Manuelle Lymphdrainage

Hierbei handelt es sich um eine spezielle Art der Massage. Dabei werden Handgriffe angewendet, die entweder zur Anregung der Lymphgefäßtätigkeit (weiche, die Haut vorsichtig dehnende Griffe) dienen, oder im Lymphödemgebiet eine Lockerung bzw. Verschiebung und Verdrängung der Ödemflüssigkeit bewirkt. Vor allem bei sekundären Lymphödemen muss die Ödemflüssigkeit in Regionen des Körpers verschoben werden, in denen leistungsfähige Lymphgefäße erhalten sind, die die Lymphe abtransportieren können.

Kompressionstherapie

Die zwei möglichen Formen der Kompressionen sind:

  • Kompressionsbandagierung
  • Kompressionsbestrumpfung

Bewegungstherapie

Durch die Bewegung während des Tragens der Bandage bzw. des Kompressionsstrumpfes kommt es durch die Anspannung und Entspannung der Muskulatur gegen die Kompression zu einem weiteren Abtransport der Ödemflüssigkeit.

Einsatzgebiete der Manuellen Lymphdrainage / Kompressionstherapie / Bewegungstherapie

  • Schwellungen versch. Ursachen
  • Posttraumatisches Ödem
  • Postoperatives Ödem
  • Postphlegmonisches Ödem
  • Antiseptische Entzündungen (z.B. Sehenscheidenentzündungen)
  • Behandelte Lymphangitis (Einschuss beim Pferd)
  • Prophylaxe bei Hochleistungspferden
  • Lumbago (Kreuzschlag)
  • Akute Rehe, Tendopathien, postoperative Schwellungen an der ventralen Bauchwand nach Kolikoperationen u.v.m.

Kontraindikationen

  • Akute bakterielle, virale oder toxische Entzündungen
  • Herzschwäche (kardiale Dekompensation)
  • Akute Thrombose
  • Maligne Tumore (z.B. Lymphosarkome)
  • Akute Ekzeme im Ödemgebiet

Deshalb ist eine tierärztliche Begleitung bei der Behandlung mit manueller Lymphdrainage unbedingt erforderlich!

Warum ist die manuelle Lymphdrainage beim Pferd besonders effektiv?

Im Gegensatz zum Menschen ist beim Pferd das Unterhautfettgewebe der Extremitäten besonders dünn. Dadurch liegen beim Pferd die Lymphgefäße wesentlich oberflächlicher als beim Menschen und ist somit hautnah und griffnah bei der Anwendung der manuellen Lymphdrainage. Beim Menschen erschwert das häufig stark ausgeprägte Fettpolster eine effektive Behandlung der unter dem Unterhautfettgewebe gelegenen Lymphgefäße.

Manuelle Lymphdrainage beim Hund

Im Vergleich Mensch und Pferd ist die Indikationspalette beim Hund eingeschränkt, da primäre und sekundäre Lymphödematisierungen seltener auftreten.

Beim Hund empfiehlt sich jedoch die Anwendung der manuellen Lymphdrainage besonders bei posttraumatischen und postoperativen Ödematisierungen sowie zur Beschleunigung der Wundheilung.